Tagung "Teilhabe von älteren Menschen mit Migrationsgeschichte – Erkenntnisse und Impulse aus dem Neunten Altersbericht
der Bundesregierung"
Die dritte Veranstaltung der Veranstaltungsreihe des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) zum Neunten Altersbericht fand am 9. Juli 2025 im Global Village Berlin statt. Bei der Tagung wurden unterschiedliche Themen zur Situation von älteren Menschen mit einer Migrationsgeschichte beleuchtet. Auf unserer Dokumentationsseite können Sie sich einen Eindruck zu den Inhalten der Tagung verschaffen.
Das Programm der Tagung können Sie hier herunterladen.
Eröffnung und Grußwort zur Tagung "Teilhabe von älteren Menschen mit Migrationsgeschichte"
Die Tagung wurde von Dr. Claudia Martini, Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration zugleich Beauftragte für Antirassismus, eröffnet. In ihrem Grußwort betonte sie die Bedeutung des Kapitels “Migration und Rassismuns” im Neunten Altersbericht für den weiteren Diskurs zu diesem Themenbereich.
Vorträge und Kommentar zum Neunten Altersbericht
Symposien der Tagung
Hier finden Sie die Präsentationen und weitere Informationen zu den Vorträgen der drei Symposien bei der Tagung “Teilhabe von älteren Menschen mit Migrationsgeschichte”.
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Symposium "Diversitätssensible Pflege und gesundheitliche Versorgung"
Im Symposium “Diversitätssensible Pflege und gesundheitliche Versorgung” stellte Dr. Bouchra Achoumrar Erkenntnisse und Impulse zu “Guter Pflege” im transkulturellen Vergleich aus ihrer Studie zu Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern sowie Pflegefachpersonen mit und ohne muslimischem Migrationshintergrund in der stationären Altenpflege unter Betrachtung immaterieller Werte vor.
Die Präsentation zum Vortrag von Dr. Bouchra Achoumrar kann hier heruntergeladen werden.
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Symposium "Diskriminierung und Rassismus: Dialog zu wissenschaftlichen Erkenntnissen in Deutschland"
Im Symposium „Diskriminierung und Rassismus: Dialog zu wissenschaftlichen Erkenntnissen in Deutschland“ präsentierte Muna AnNisa Aikins (Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin) auf der Grundlage von empirischen Studien Hinweise auf Rassismuserfahrungen, die ältere Menschen in Deutschland gemacht haben. Im Anschluss daran tauschten sich Frau Aikins, Prof. Dr. Dr. Hürrem Tezcan-Güntekin (Alice Salomon Hochschule Berlin) und die Teilnehmenden über Erscheinungsformen, die Wahrnehmung, die Verbreitung, die Ursachen sowie die Folgen von Rassismus gegenüber älteren Menschen in Deutschland aus.
Unter dem folgenden Link finden Sie mehr Informationen zur Person und Arbeit von Muna AnNisa Aikins: www.mpib-berlin.mpg.de/mitarbeiter/muna-aikins.
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Symposium "Altersarmut und Migration"
Im Symposium “Altersarmut und Migration” wurden in Kleingruppen anhand eines Fallbeispiels folgende Fragen diskutiert:
- In welchen Situationen begegnen mir ältere Menschen mit Migrationsgeschichte? Wie gut bin ich über ihren sozioökonomischen Hintergrund informiert? Welche Unterstützungsangebote sind mir bekannt/ Hilfe kann ich anbieten, wenn mir Altersarmut begegnet?
- Wie kann ich mich als Institution/Organisation/in meinem Feld sensibel und inkludierend für ältere Menschen mit Migrationsgeschichte aufstellen? Was kann getan werden, um Armutskarrieren aufzuhalten?
- Was brauche ich in meinem beruflichen Umfeld dafür? Was braucht es generell?
- Wie können ältere Menschen mit Migrationsgeschichte unabhängig von ihrem sozioökonomischen Status in Einrichtungen der Altenhilfe/Pflege/Politik etc. erreicht werden?
Als Ergebnis wurden folgende Stichpunkte zusammengetragen:
- Organisationen sollten inklusiver und zugänglicher werden, um verschiedene Altersgruppen und Hintergründe besser zu erreichen.
- Sensibilisierung für eigene Privilegien, um deren Einfluss auf Wahrnehmung und Ressourcenzugang zu verstehen.
- Förderung der Eigeninitiative durch Anerkennung und Nutzung persönlicher Fähigkeiten und Ressourcen.
- Altersarmut als gesellschaftliches Problem betrachten, das gemeinschaftliche Lösungen erfordert.
- Förderung von nachhaltigen und kostenfreien Orten für generationen- und kulturübergreifenden Austausch.
- Sicherstellung ausreichender finanzieller Mittel auf kommunaler Ebene für Programme gegen Altersarmut und zur Integrationsförderung.
- Bereitstellung von Informationen in leicht verständlicher Sprache für alle, einschließlich Menschen mit geringen Sprach- oder Digitalkenntnissen.
- Einbindung von Schlüsselpersonen als Vermittler und Unterstützer in ihren Gemeinschaften.